Häufige Fragen

Häufige Fragen zu ADHS bei Frauen und zum ADHS-Coaching

Hier beantworte ich die Fragen, die am häufigsten kommen. Es geht ums Coaching, um die praktischen Sachen drumherum und um ADHS bei Frauen.

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Übers Coaching

Rund ums Coaching

Passt das zu mir?7 Fragen

Nein. Ein Verdacht reicht. Du kannst auch mitten in der Diagnostik stecken oder noch gar keinen Plan haben, das offiziell abklären zu lassen. Das Orientierungsgespräch ist für diese Unsicherheit da.

Nein. Therapie behandelt psychische Erkrankungen und wird von approbierten Psychotherapeut:innen oder Ärzt:innen durchgeführt. Coaching arbeitet ergänzend dazu, lösungs- und zielorientiert an konkreten Themen des Alltags, der Selbstorganisation und des Selbstverständnisses. Es ersetzt weder eine Psychotherapie noch eine medizinische Behandlung oder Medikamente, kann diese aber sinnvoll begleiten. Bei Verdacht auf eine psychische Erkrankung gehört die fachärztliche oder psychotherapeutische Abklärung immer dazu.

Nein. Eine Diagnose stellen Fachärzt:innen für Psychiatrie oder spezialisierte Psychotherapeut:innen, Medikamente verschreiben Ärzt:innen. Wie der Weg dorthin aussieht, steht in Diagnose, und jetzt?

Manche Frauen suchen Coaching, während sie auf einen Therapieplatz warten. Coaching kann in dieser Zeit Struktur in den Alltag bringen und ersetzt die Therapie nicht. Bleib deshalb auf der Warteliste und frag bei Praxen weiter nach.

Auch dann war das Gespräch nicht umsonst. Themen wie Mental Load, Erschöpfung oder das Gefühl, sich ständig erklären zu müssen, sind es wert, eingeordnet zu werden. Das gilt unabhängig vom Ergebnis einer Diagnostik.

Coaching ersetzt keine Behandlung bei akuten psychischen Krisen, schweren psychischen Erkrankungen oder in Situationen, die ärztliche oder psychotherapeutische Versorgung brauchen. In solchen Fällen ist eine fachärztliche oder psychotherapeutische Anlaufstelle der richtige erste Schritt, gerne auch zusätzlich zum Coaching, nie als Ersatz dafür.

Vermutlich weißt du schon viel. Im Coaching klären wir, welche dieser Erkenntnisse dir an einem normalen Dienstag helfen und welche nicht. Am Ende steht ein Schritt, den du ausprobierst.

So läuft das Coaching5 Fragen

Rund 30 Minuten, online, kostenlos und unverbindlich. Du kommst an und erzählst, was gerade ansteht. Ich höre zu und frage nach. Wir klären, was du dir vom Coaching wünschst. Am Ende weißt du, welcher nächste Schritt zu dir passt, falls überhaupt einer nötig ist.

Nein, das musst du nicht. Der Themenkompass und das Orientierungsgespräch helfen dir dabei, das erst herauszufinden.

Eine Sitzung dauert 90 Minuten und findet online statt. Wir starten mit dem, was seit dem letzten Mal passiert ist. Dann arbeiten wir an deinem aktuellen Thema, mal im Gespräch, mal mit konkreten Methoden. Am Ende steht ein nächster Schritt, der in deinen Alltag passt.

Ein festes Programm gibt es nicht. Die Sitzung richtet sich nach dir.

Ja. Was du mir erzählst, bleibt vertraulich. Auch wenn ich rechtlich nicht wie Psychotherapeut:innen der Schweigepflicht unterliege, behandle ich alles, was in unseren Sitzungen besprochen wird, genauso verbindlich.

Ja, ein Gruppenprogramm ist in Planung. Du kannst dich schon jetzt auf die Warteliste eintragen, du findest sie auf der Angebote-Seite.

Wenn es dir akut schlecht geht

Coaching ist nicht für die Begleitung akuter Krisen gedacht, egal ob während einer Sitzung oder dazwischen. Das sind deine Anlaufstellen:

  • Akute Gefahr für dich oder andere: 112
  • Telefonseelsorge, kostenlos und rund um die Uhr: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, auch per Chat und Mail
  • Nachts und am Wochenende: ärztlicher Bereitschaftsdienst unter 116117
  • Psychiatrische Kliniken haben Ambulanzen für Krisen, zuständig ist meist die Klinik deiner Region
  • Für Köln zusätzlich: Der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamts berät bei psychischen Krisen, telefonisch unter 0221 221-24710. Aktuelle Zeiten und die Anlaufstelle in deinem Stadtbezirk findest du auf stadt-koeln.de.

Praktisches

Organisatorisches

Das Orientierungsgespräch ist kostenlos. Für eine einzelne Sitzung (90 Minuten) zahlst du 150 €. Mit einem Paket wird jede Sitzung günstiger. Das Fokus-Coaching mit 3 Sitzungen kostet 400 €, das 6er-Paket 750 € und das 10er-Paket 1.150 €.

Wenn das Budget gerade eng ist, gibt es einen Sozialtarif. Schreib mir kurz oder sprich es im Orientierungsgespräch an.

Nein. ADHS-Coaching ist keine medizinische oder psychotherapeutische Leistung und wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Die Kosten trägst du privat.

Klar, das kann passieren. Schreib mir kurz, dann finden wir gemeinsam eine faire Lösung.

Ja, du bekommst nach jeder Zahlung eine Rechnung, die du zum Beispiel steuerlich geltend machen kannst.

In der Regel online. In Einzelfällen ist auch eine Sitzung in Präsenz in Köln möglich. Das klären wir im Gespräch.

Das hängt vom Format ab. Das Fokus-Coaching (3 Sitzungen) ist für ein akutes Thema gedacht, das 10er-Paket für eine längere Begleitung durch mehrere Lebensbereiche. Im Orientierungsgespräch finden wir gemeinsam heraus, was passt.

Meistens alle zwei bis vier Wochen, genug Zeit, um Dinge im Alltag auszuprobieren, ohne den Faden zu verlieren. Den Rhythmus legen wir gemeinsam fest und passen ihn an, wenn sich dein Bedarf ändert.

Bis 24 Stunden vorher kannst du kostenlos absagen oder verschieben. Bei kurzfristigeren Absagen berechne ich ein Ausfallhonorar von 75 €.

ADHS bei Frauen

Zum Thema selbst

Erkennen und Diagnose5 Fragen

Bei Männern zeigt sich ADHS häufiger als sichtbare Hyperaktivität und Impulsivität. Das ist das klassische Bild, an das die meisten zuerst denken. Bei Frauen dominiert öfter die unaufmerksame Variante: Tagträumen, Vergesslichkeit, das Gefühl, ständig hinterherzuhängen. Dazu kommt oft Maskieren, also das Verbergen der Symptome, um sozialen Erwartungen zu entsprechen. Beides bleibt nach außen oft kaum sichtbar, auch für Diagnostiker:innen, die historisch eher anhand männlich geprägter Kriterien einschätzen.

Ein Teil der Erklärung ist der Gender Health Gap: Diagnosekriterien wurden historisch überwiegend an Jungen und Männern entwickelt. Schon bei Mädchen mit ADHS fallen die Symptome oft leiser aus, mit weniger Hyperaktivität und mehr nach innen gerichteten Anzeichen. Sie werden dadurch seltener erkannt und diagnostiziert und dieser Rückstand setzt sich oft bis ins Erwachsenenalter fort. Mehr Studien dazu findest du in Forschung kompakt.

Frauen erhalten ihre ADHS-Diagnose im Schnitt fast 5 Jahre später als Männer, obwohl die Symptome bei beiden Geschlechtern im selben Kindesalter beginnen. Die Anzeichen sehen bei Frauen seltener so aus, wie sich viele ADHS vorstellen. Häufiger zeigt sich die unaufmerksame Form und viele lernen, Symptome zu überspielen (Maskieren). Die Beschwerden werden dadurch oft als Erschöpfung, Angst oder Depression gedeutet, ADHS wird gar nicht erst in Betracht gezogen. Quelle: Mestres et al., 2025, European Psychiatry

Eine australische Studie (2026) befragte Frauen direkt zu ihren Diagnose-Erfahrungen. Viele berichteten, ihnen sei eine Diagnostik verweigert oder ausgeredet worden. Begründung: Sie wirkten „zu erfolgreich“, „zu gebildet“ oder „zu alt“. Das ist ein Muster, das gerade leistungsstarke, gut funktionierende Frauen besonders betrifft. Quelle: Witteveen & O'Hara, 2026, International Journal for the Advancement of Counselling

Weil sich die Symptome überschneiden und ADHS bei Frauen historisch seltener mitgedacht wurde. Jahrelanges Maskieren, also das Verbergen der Symptome, führt oft zu Erschöpfung, Angst oder depressiven Symptomen. Behandelt werden dann diese Folgen und das ADHS dahinter bleibt unentdeckt.

Ja. ADHS entsteht in der Kindheit, kann aber in jedem Alter zum ersten Mal diagnostiziert werden. Meist passiert das, wenn die bisherigen Wege, damit zurechtzukommen, nicht mehr reichen: bei Studienbeginn, neuem Job, Selbstständigkeit oder Elternschaft.

Die Diagnose stellen Fachärzt:innen für Psychiatrie oder spezialisierte Psychotherapeut:innen. Dazu gehören meist ein ausführliches Gespräch über deine Vorgeschichte, standardisierte Fragebögen und teils Rückmeldungen aus der Kindheit (z. B. Schulzeugnisse, Elternberichte).

Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen mit ADHS-Erfahrung in deiner Nähe findest du zum Beispiel über die kostenlose Adressliste von ADxS.org.

Den ganzen praktischen Ablauf, inklusive Wartezeiten und was du mitbringen kannst, findest du in Diagnose, und jetzt?

Maskieren, auch Camouflaging genannt, heißt: ADHS-Symptome bewusst oder unbewusst verbergen, um Erwartungen zu erfüllen. Zum Beispiel durch starke Selbstkontrolle, ständiges Nachjustieren des eigenen Verhaltens oder eine ruhige Fassade über der Überforderung. Eine Studie untersuchte 329 Frauen mit ADHS-Diagnose. Je stärker sie maskierten, desto geringer war ihre Lebenszufriedenheit und desto höher ihre depressive Symptomatik. Quelle: Wicherkiewicz & Gambin, 2024, Journal of Autism and Developmental Disorders

Was ADHS ist5 Fragen

Keiner im medizinischen Sinn. ADS war früher die Bezeichnung für die Form ohne Hyperaktivität, heute läuft beides unter ADHS, unterschieden nach unaufmerksamem, hyperaktiv-impulsivem oder gemischtem Typ. Bei Frauen ist der unaufmerksame Typ besonders häufig, weshalb der Begriff ADS im Alltag oft noch verwendet wird.

Ja, sogar sehr. Zwillingsstudien schätzen die Erblichkeit von ADHS auf 70 bis 80 Prozent. Das ist einer der höchsten Werte in der Psychiatrie, ungefähr so hoch wie bei der Körpergröße.

Trotzdem entwickelt nicht jede Tochter einer Mutter mit ADHS es automatisch auch. Selbst bei eineiigen Zwillingen, die alle Gene teilen, hat nicht immer auch der zweite Zwilling ADHS. Ein deutlich erhöhtes Risiko besteht aber in jedem Fall. Quelle: Faraone & Larsson, Molecular Psychiatry, mittlere Erblichkeit von 74 % über 37 Zwillingsstudien

Es bleibt, verändert aber oft seine Form. Die sichtbare Hyperaktivität aus der Kindheit wird bei vielen Erwachsenen zu innerer Unruhe. Was meist bleibt, sind Schwierigkeiten mit Organisation, Impulskontrolle und Aufmerksamkeit. Mit den Jahren und mit besseren Strategien lassen sie sich aber leichter handhaben. Mit der Zeit wirst du geübter im Umgang damit.

Nicht ganz, aber die Grenze ist wirklich unscharf. Offiziell sind ADHS und Autismus zwei eigenständige Diagnosen, jede für sich ein eigenes Spektrum, von leichten Ausprägungen bis zu starker Beeinträchtigung.

Familien- und Zwillingsstudien sprechen für teils ähnliche genetische Faktoren bei beiden. Je nach Studie erfüllen 20 bis 50 Prozent der Kinder mit ADHS auch die Kriterien für Autismus. Der informelle Begriff dafür ist AuDHS, keine eigene offizielle Diagnose, aber ein anerkanntes Muster. Quelle: Rommelse et al., 2010, European Child & Adolescent Psychiatry

Beides fühlt sich im Alltag oft nach zu viel auf einmal an, hat aber unterschiedliche Ursachen. ADHS bedeutet vor allem Reizoffenheit: dein Gehirn filtert unwichtige Reize schlechter raus, wodurch ständig neue Eindrücke deine Aufmerksamkeit abziehen. Bei Autismus kommen Reize eher verstärkt an und wirken intensiver, als sie objektiv sind. Ein kratzendes Kleidungsetikett, das Rascheln einer Verpackung oder helles Neonlicht können sich dann fast schmerzhaft anfühlen. In der Praxis überschneidet sich beides oft, gerade bei AuDHS.

Alltag, Gefühle und Körper6 Fragen

Bei ADHS steuern eher Interesse, Neuheit und Dringlichkeit deine Aufmerksamkeit als Wichtigkeit. Aufgaben, die dich packen, lösen viel Dopamin aus und ziehen dich so tief hinein, dass die Zeit verschwindet. Das nennt man Hyperfokus.

Bei wichtigen, aber wenig reizvollen Aufgaben wie der Steuererklärung fehlt dieser Antrieb. Mit Faulheit hat das nichts zu tun. Mehr dazu in Forschung kompakt. Quelle: Hupfeld, Abagis, Osborne, Tran & Shah, 2022, Frontiers for Young Minds

Bei den meisten Menschen übernimmt die Steuerung der präfrontale Kortex, der Bereich hinter deiner Stirn. Er entscheidet, was gerade wichtig ist, und lenkt die Aufmerksamkeit dorthin, auch bei langweiligen Aufgaben. Bei ADHS arbeitet diese Steuerung schwächer, oft weil Dopamin und Noradrenalin dort anders verteilt sind. Deine Aufmerksamkeit folgt dann stärker dem, was dein Gehirn gerade spannend oder dringend findet. Mit Willensstärke hat das wenig zu tun.

ADHS schwächt die Bremse für Handlungen und Gefühle. Zwischen Kritik und deiner Reaktion liegt normalerweise ein kurzer Puffer, der die erste Welle abfedert. Bei ADHS ist er dünner, Kritik kommt ungebremst an, oft auch körperlich spürbar.

Bei vielen Frauen kommt dazu: Jahre voller Korrekturen in Kindheit und Jugend haben das Nervensystem gelehrt, schon vorher in Habachtstellung zu gehen. In der ADHS-Praxis heißt das Rejection Sensitive Dysphoria (RSD). Ein offizieller Diagnosebegriff ist das nicht und die Forschung dazu steht noch am Anfang. Mehr zu Gefühlen und ADHS findest du in Forschung kompakt.

Weil du wahrscheinlich jahrelang gelernt hast, Schwierigkeiten zu überspielen, und das jetzt verwirrt. Eine Diagnose erklärt vieles im Rückblick, ändert aber nicht sofort das Gefühl, das du über Jahre über dich selbst aufgebaut hast. Viele Frauen erleben deshalb beides gleichzeitig: Erleichterung, endlich einen Namen zu haben. Und Zweifel, ob es überhaupt stimmt, gerade weil sie so lange gut funktioniert haben.

Ziemlich viel. Östrogen wirkt im Gehirn auch auf das Dopamin-System, das bei ADHS ohnehin anders arbeitet. Sinkt der Östrogenspiegel, spüren viele mehr ADHS-Symptome, am deutlichsten in den Wechseljahren.

Dazu gibt es eine isländische Studie mit über 5.000 Frauen. Frauen mit ADHS hatten dort in dieser Übergangszeit deutlich häufiger schwere Beschwerden als Frauen ohne ADHS (54,2 % vs. 30,1 %). Quelle: Jakobsdóttir Smári et al., 2025, European Psychiatry

Im Kleinen passiert das jeden Monat. In den Tagen vor der Periode sinkt der Östrogenspiegel und viele Frauen berichten von mehr Unruhe, schlechterer Konzentration oder stärkeren Gefühlsschwankungen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit sieht ADHS-Symptome in allen hormonellen Umbruchphasen verstärkt: Pubertät, Zyklus, Schwangerschaft und Wechseljahre. Mehr dazu in Forschung kompakt. Quelle: Krebs & Donnellan-Fernandez, 2025, BMC Women's Health

Das ist ein eigenes großes Thema, dem ich einen ganzen Artikel gewidmet habe. Schau gern bei ADHS und Beruf vorbei.

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